Juniorhandling

 

Sandra Schär bei der perfekten Vorführung im Junior-Handling von Bay Breeze Home Run "Homer"  in Versoix 2000 anlässlich der Clubschau des Schweiz. Pudelclubs.


Sie leitet heute das Sekretariat des Junior-Handlings der SKG (TKJH) siehe Link.

Siehe auch bei NEWS in Beiträge 2008 Juniorhandling-Fotogalerie 

 

 
 
Weitere Info:     Temporäre Kommission Jugend und Hund TKJH  (Junior-Handling)

Grundsätzliches

Im Gegensatz zum Rasserichten bei Ausstellungen geht es hier nicht um die Schönheit des Hundes. Bewertet werden die Kinder selbst, wie gut sie mit ihren Hunden umgehen können, wie gut sie sie präsentieren.

Entstanden ist das Juniorhandling aus den normalen Rassepräsentationen bei Hundeausstellungen. Die Hunde werden dabei im Stand und in der Bewegung (Trab) von allen Seiten gezeigt, damit die Richter eine detaillierte Beschreibung und eine Beurteilung liefern können. Die ursprünglichen reinen Zuchtschauen  haben sich sehr bald zu Shows entwickelt. Wer es schafft, seinen Hund optimal zu präsentieren, seine schönsten Seiten zu zeigen, hat größere Chancen auf eine gute Beurteilung. In den USA, aber auch schon in Europa werden Hunde immer öfter von professionellen Handlern gezeigt, nicht mehr von den eigenen Besitzern. Jede Rasse verlangt eine eigene Präsentationsform. Kleine Hunde werden häufig auf den Tisch gestellt, bei manchen Rassen steht der Handler neben, bei anderen vor dem Hund. Darf die Rute in einer bestimmten Position festgehalten werden, oder ist sie Tabu? Ist die Leine locker oder straff zu halten? Kids müssen das alles wissen.

In einigen europäischen Ländern gibt es neben den allgemeinen Ausstellungsordnungen der Rassezuchtverbände bereits eigene Ausstellungsordnungen für Juniorhandling. Auch die fundierte Ausbildung der Richter spielt eine immer größere Rolle.

Die jeweils jahresbesten Juniorhandler in Europa sind berechtigt, am großen Europafinale bei der Crufts Dog Show in Birmingham anzutreten.


Die Figuren

Juniorhandler müssen wesentlich mehr beherrschen als Hundebesitzer im normalen Ring. Die goldene Regel lautet: niemals in das Blickfeld zwischen Hund und RichterIn treten. Das ist vor allem beim Start in die Bewegung oft gar nicht leicht, auch die Wendungen haben ihre Tücken. Stehen alle Junior mit ihren Hunden nebeneinander, kann ein Richter im Slalom durch die Linie gehen. Die Kids müssen dann mit möglichst wenig Bewegungsaufwand die Seite wechseln, um nicht in das Blickfeld zu geraten.

Die häufigsten Formen sind der Kreis, die Linie, das Dreieck, das L und das T. Die vorhandene Fläche muss optimal ausgenutzt werden. Die einzelnen Längen der Figuren müssen in einem ausgeglichenen Verhältnis zu einander stehen. Die goldene Regel bewirkt, dass die Kids bei diesen Figuren immer wieder die Seite wechseln müssen - vor oder hinter dem Hund, je nachdem, wo die oder der RichterIn steht.

Als besonders schwierig gilt der Achter: sechs Richtungswechsel und drei Seitenwechsel sind dafür notwendig.

Für die Entscheidung um den ersten Platz lassen viele Richter die Kids zu zweit laufen: eine Linie nebeneinander oder ein paralleles L. Die Kids müssen dabei auch Fairness zeigen und tatsächlich miteinander die Hunde präsentieren. Wer keine Rücksicht darauf nimmt, dass der zweite Hund im Ring vielleicht langsamer läuft als der eigene, wird den ersten Platz kaum erreichen. 


Training und mehr

Juniorhandling ist tatsächlich schwierig. Die besten trainieren regelmäßig dafür. In etlichen Staaten gibt es bereits eigene Trainingsangebote. In Österreich fand 2006 erstmals ein Trainings-Sommercamp statt. Immer mehr Hundebesitzer stellen den Kids ihre Hunde für Training und Bewerbe zur Verfügung. Sie sehen es einerseits als Werbung für ihre Hunderasse, andererseits profitieren sie selbst von gut trainierten Showhunden.
Juniorhandler, die sich im Bewerb einen Namen machen, werden häufig von Hundebesitzer gebeten, ihre Hunde auch im Ring zu präsentieren, oft gegen ein kleines Taschengeld. In den USA ist Juniorhandling der erste Schritt zum hochbezahlten Beruf des Handlers.